Mai 2015 - Im Dialog mit der Holocaust-Überlebenden Margot Friedlander

Am 12. Mai 2015 konnte das Weiterbildungskolleg im Rahmen seines Engagements im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nach Philomena Franz und Niklas Frank eine weitere Zeitzeugin begrüßen: Margot Friedlander nahm mit 93 Jahren den weiten Weg von Berlin auf sich, um vor ca. 80 Studierenden des TSK aus ihren Erinnerun­gen „Versuche, dein Leben zu machen“ zu lesen.

Während der einstündigen Lesung verfolgten die Zuhörer die Ausführungen der Zeitzeugin konzentriert, gebannt und oft auch emotional tief bewegt: vor allem, als Frau Friedlander davon berichtete, nach der Verhaftung ihres Bruders Ralph und ihrer Mutter durch die Gestapo mit nur 21 Jahren alleine in den Berliner Untergrund gehen zu müssen, konnte man die Betroffenheit der jungen Zuhörer deutlich spüren.

Im Anschluss an die Lesung entwickelte sich eine rege Diskussion, in deren Verlauf die Studierenden u.a. viele Fragen zu Friedlanders deutschen Helfern in Berlin, ihrer Deportation ins KZ Theresienstadt oder dem Schicksal ihrer Familie in Auschwitz stellen konnten.

Die über zweistündige Veranstaltung endete mit einem Auftrag der Überlebenden an die junge Generation, den diese sehr gerne annehmen möchte: „Ich spreche stellvertretend für die 6 Millionen Ermordeten, die nicht mehr sprechen können – aber wir sind nicht mehr viele Überlebende und können dies nicht mehr lange tun! Dadurch, dass ihr heute hier gewesen seid und mir zugehört habt, seid ihr zu Zeitzeugen geworden und sollt später an meiner Stelle sprechen!“

Margot Friedlander