Hintergrund

 

"Schule ohne Rassismus wurde in Deutschland 1995 von AktionCourage e. V. initiiert. Angesichts der zunehmenden fremdenfeindlichen und rechtsextremistisch motivierten Gewalt in Deutschland reifte die Überlegung: Es sollte in Deutschland eine Organisation geben, in der Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben, ihren Beitrag zum Aufbau einer Zivilgesellschaft zu leisten.

Am 21. Juni 1995 wurde in Deutschland die erste „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet. Pate ist der Fernsehjournalist Friedrich Küppersbusch. In den Jahren 1995 bis 2000 firmierte das Projekt in Deutschland, analog zu den europäischen Partnerländern, unter dem Namen „Schule ohne Rassismus“ und war zunächst ein im Wesentlichen auf Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen begrenztes regionales Projekt.

2000 übernahm die Pädagogin und Deutsch-Türkin Sanem Kleff die Projektleitung und konzipierte das Projekt inhaltlich und organisatorisch neu. Sie verlegte das Büro von Bonn nach Berlin. Seitdem sind nicht nur der Rassismus im klassischen Sinne, sondern alle Formen von Diskriminierung (aufgrund der Religion, der sozialen Herkunft, des Geschlechts, körperlicher Merkmale, der politischen Weltanschauung und der sexuellen Orientierung) in den Projektansatz mit einbezogen. Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage orientiert sich dabei an Artikel 21 der 2000 verabschiedeten und am 1. Dezember 2009 in Deutschland in Kraft getretenen Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Dort heißt es: „Diskriminierungen, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, sind verboten.“

Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage bietet Kindern und Jugendlichen einen Rahmen, in dem sie erste Schritte hin zur gesellschaftspolitischen Partizipation einüben und aktiv an der inhaltlichen Ausgestaltung der Menschenrechtserziehung teilnehmen können. In seiner Begründung zur Verleihung der Buber-Rosenzweig-Medaille schreibt der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Jahr 2001: „Das Projekt setzt sich nachhaltig dafür ein, Unterricht und Zusammenleben so zu gestalten, dass Gewalt und Angst keine Chancen haben, die Mauer von Vorurteilen durchbrochen wird, ethnische und religiöse Minderheiten in ihren Eigenarten respektiert und integriert werden.“ Und das Bündnis für Demokratie und Toleranz der Bundesregierung begründet die Auszeichnung der Initiative als Botschafter der Toleranz im Jahr 2004: „Die Schüler beziehen Position zu täglicher Diskriminierung in ihrem Lebensumfeld und engagieren sich zusammen mit Partnern, etwa aus der Jugendarbeit oder dem kirchlichen Bereich.“"

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schule_ohne_Rassismus_%E2%80%93_Schule_mit_Courage


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